Potsdamer Festmarathon

 

Das von den Stadtwerken organisierte und finanzierte Potsdamer Stadtfest war diesmal eine Dreitages-Veranstaltung nach dem Motto Für Jeden Etwas. Die Bilanz fällt zwiespältig aus. Der Freitagabend mit italienischer Opernmusik war ein voller Erfolg. Gutes Orchester, gute Sänger und eine laue Sommernacht, was will man mehr.

Der Samstag  stand im Zeichen der Rockmusik, namhafte Bands, aber überfrachtet mit zu vielen Acts.

So blieb beispielsweise eine hervorragende Gruppe wie East Blues Experience auf einen kurzen Auftritt als Pausenfüller beschränkt. Und der ungeplant lange Soundcheck vor dem sehr guten Auftritt von Thin Lizzy  führte dazu, dass sie keine Zugabe mehr spielen konnten und viele Fans damit auf einen ihrer großen Hits verzichten mussten. Immerhin ersparte der Zeitverzug dem Publikum einen weiteren Auftritt von Stadtwerkechef Paffhausen an der Gitarre, den er im Vorfeld angedroht hatte.

ZZ-Top schließlich, als Höhepunkt des Abends angekündigt, lieferten im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen soliden Auftritt ab. [Hallo?!? Was heißt den denn hier: Im Rahmen ihrer Möglichkeit? Es war ganz groß! Der Säzzer!]. Der Sonntag litt dann unter dem regnerischen Wetter, so dass nur relativ wenige Leute den Weg in den Lustgarten fanden. Vielleicht sind drei Tage aber einfach auch zuviel.

Was sonst noch? Gut war, dass endlich auf den unseligen VIP–Bereich verzichtet wurde und statt dessen ein attraktives Ensemble von Hüpfburgen und anderen Spielmöglichkeiten für Kinder aufgestellt wurde. Dies erfreute sich regen Zuspruchs beim Zielpublikum. Schlecht dagegen die Müllberge ohne Ende. Es sollte doch nicht so schwer sein, auch bei diesem Fest zumindest ein funktionierendes Pfandbechersystem zu installieren. Doch statt ökologisch Vernünftigem nur tonnenweise Plastikmüll.

Und nächstes Jahr? Es gibt hoffentlich wieder ein Fest, aber dann vielleicht ein echtes Stadtfest und kein so genanntes Stadtwerkefest mehr. Die Verantwortlichen sollten sich tatsächlich ernsthafte Gedanken um den künftigen Rahmen des Ereignisses machen. Man sollte über die mittlerweile von vielen Seiten geäußerte Kritik auch nicht ganz so salopp hinweggehen wie es Herr Paffhausen gerne tut. Auch wenn Hunderttausend kommen, bedeutet das noch nicht, dass sie mit allem einverstanden sind.  (Rainer Roth)

 

 

[Was sonst noch? Schlecht war an dem ganzen schönen Sonnabend nur Eines: Die Security! Als ein paar harmlose gut gelaunte Jung-Punks zu den Klängen der Nachwuchs-Band "Killer-Pilze" ein bisschen abfeiern wollten, ohne dass sie Unbeteiligten auch nur ansatzweise geschadet hätten, wurden sie sofort ohne Anlass des Platzes verwiesen. Das erinnerte gelernte DDR-Bürger ein wenig früher, auch wenn die Uniformen andere waren!...

     

...Und dann gab es natürlich noch: Otto und seine Friesenjungs mit dem AC/DC-Klassiker "Erst aufm Heimweg wirds hell". Der Säzzer]

 

 


   eingestellt am 14. Juli 2008