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Countdown beim Bürgerhaushalt läuft
Bürger können
Vorschläge bis zum 24. Januar votieren
von Rainer Roth
Während beim Gesamtprojekt
Bürgerkommune wenig passiert, treten die Dinge im Bereich Bürgerhaushalt in die
entscheidende Phase. Aus den 203 Vorschlägen, die bis zum 28. Oktober
eingereicht werden konnten, hat eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Potsdamer
Bürgerschaft und der Verwaltung eine Liste von 44 kommentierten und erläuterten
Vorschlägen zusammengestellt und zur Abstimmung ins Netz gestellt. Bis zum 24.
Januar 2008 (per Post nur bis 13.1.) haben jetzt nach Anmeldung über die Seite
www.potsdam.de alle
Potsdamer Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, insgesamt 5 Stimmen auf ihre
Favoriten zu verteilen. Die 20 Vorschläge mit den meisten Stimmen sollen dann am
6. Februar als Liste der Bürgerinnen und Bürger von einem Vertreter der
Bürgerschaft den Stadtverordneten übergeben werden. Damit können die Vorschläge
bei den Haushaltsberatungen mitbehandelt werden. Die letzte Entscheidung über
Annahme und Ablehnung liegt bei den Stadtverordneten.
Interessant ist es durchaus, sich
die auch noch nicht bereinigte Vorschlagsliste anzuschauen. Leider ist das nur
für die 78 über Internet eingereichten Vorschläge möglich. Dort finden sich
solche zum Energiesparen ( Beleuchtung der öffentlichen Gebäude minimieren), zur
Einrichtung eines Streichelzoos auf dem Bassinplatz, zum Abhalten bürgernaher
Flohmärkte in den Stadtteilen, der Einrichtung einer kommunalen Holzwerkstatt
oder auch – fast mein persönlicher Favorit - zum Anlegen eines kleinen Teiches
unterhalb der Schwimmhalle am Brauhausberg und – als Mahnmal für gescheiterte
Spaßbadutopien - Benennung als Jakobssee. Alle diese Vorschläge haben es nicht
in die nun zur Abstimmung stehende Liste geschafft. Mag man bei manchen die
Ernsthaftigkeit bezweifeln, stellt sich doch im Hinblick auf andere die Frage,
nach welchen Kriterien einige Vorschläge verworfen wurden. Warum wurden
beispielsweise diejenigen zur Minimierung der Beleuchtung öffentlicher Gebäude
(Benötigen sie unbedingt Festbeleuchtung?) oder zur Einrichtung einer
Holzwerkstatt nicht aufgenommen? Die Kriterien, die das Redaktionsteam bewegten,
werden jedenfalls nicht öffentlich gemacht, anscheinend hat eine bevormundende
Fürsorge die Verantwortlichen bewogen, den Bürgern nur die in ihren Augen
„seriösen“ Vorschläge zur Abstimmung zu präsentieren. Da findet sich immer noch
Einiges. Die Vorschläge reichen von konkreten Einzelmaßnahmen wie Anschaffung
neuer Stühle für die Bibliothek oder Erhöhung der Hundesteuer bis zu
allgemeinen Maßnahmen wie einer stärkeren Künstlerförderung, einem weiteren
Ausbau und besseren Instandhaltung sowie Unterhaltung des Radwegenetzes oder der
Einführung eines kostenlosen öffentlichen Nahverkehrs. Um Blütenträume nicht zu
sehr ins Kraut schießen zu lassen, hat die Verwaltung zu einigem allerdings
vorsorglich angemerkt, dass es sowieso nicht geht.
eingestellt am 21. Dezember 2007
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