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Brandenburger
lieben ihre Kohle
Warum ist das Volksbegehren gegen neue Tagebaue
gescheitert?
Nur gut 25.000 Unterschriften statt der für
einen Erfolg notwendigen 80.000, der Misserfolg ist eindeutig! Ein Grund für
dies schwache Ergebnis liegt sicher in der vergleichsweise hohen Hürde für die
Stimmabgabe, die Unterschrift muss auf einer Behörde geleistet werden, eine
Sammlung auf der Straße, wie in anderen Bundesländern möglich, beispielsweise in
Berlin, ist nicht zulässig. Aber wenn einem ein Anliegen wirklich wichtig ist,
nähme man diese Anstrengung wohl in Kauf. Und das dürfte die eigentliche Ursache
für das Scheitern sein, die Sache ist den meisten Bürgern ziemlich egal. Ob in
der Lausitz ein paar Dörfer mehr abgebaggert werden, ob ein paar tausend Tonnen
Schadstoffe mehr in die Luft geblasen werden, was juckt es mich fernen Potsdam
oder im idyllischen Werder. Allerdings war auch in der betroffenen Region die
Unterstützung für das Volksbegehren nicht überwältigend, sogar in direkt von der
Zerstörung betroffenen Gemeinden wie Atterwasch betrug sie nur rund 50 % der
Bewohner. Hier spielte vermutlich die seitens Vattenfall und der Landesregierung
kalkuliert geschürte Angst vor dem Abbau von Arbeitsplätzen eine gewichtige
Rolle. In einer strukturschwachen Region, wo der Tagebau ein paar tausend
Arbeitsplätze sichert, kein kleines Argument.
Es ist nicht nur ein schlechter Tag fürs Klima,
sondern auch für Innovation, für den Mut zu Neuem. In der Energiepolitik fährt
die Brandenburgische Landesregierung eine kleinmütige Doppelstrategie.
Einerseits setzt sie sehr stark auf die Erzeugung regenerativer Energie mittels
Windkraftanlagen und Sonnenkollektoren, andererseits klammert sie sich ängstlich
an eine veraltete Technologie wie den Braunkohleabbau und die anschließende
Verfeuerung. Ineffiziente Energieausbeute, hoher Schadstoffausstoß und massive
Landschaftszerstörung sind die Folgen. Würde man wirklich vorausschauende
Energiepolitik betreiben, müsste man konsequent auf regenerative Energien setzen
und den Braunkohletagebau auslaufen lassen. Denn er hat keine zukunftsweisende
Perspektive, weder für die Lausitz noch für die Republik. (rr)
eingestellt am 15. Febraur 2009
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