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Was nicht im Papierkorb gelandet ist . . . (Teil 2)
von
Spaziergänger
Tradition ist nicht die Anbetung der Asche,
sondern die Weitergabe des Feuers. (Gustav Mahler)
Es gibt Dummheiten, die man nicht einmal denken
darf, ohne sich ihrer schon halb schuldig gemacht zu haben. (Roda Roda)
Wer früher stirbt, lebt länger ewig. (aus einem
Gedenkartikel zum Totensonntag, zitiert von Martin Buchholz)
Ich war schon immer' dafür, auch in
evangelischen Pfarrhäusern das Zölibat einzuführen. (Martin Buchholz)
Volk sind immer die anderen, man selbst nie.
(Martin Buchholz)
Einen Fremden erkennt man schon daran, dass man
ihn nicht erkennt. (Karl Valentin)
Oh, ihr Skribenten wohlbekannt, die ihr mit
eurer Schrift mehret den Ruhm des Vaterlandes, Gott segne euren Stift.
(unbekannt, um 1590)
Der arme Honecker war fest davon überzeugt,
einem Arbeiter- und Bauernparadies vorzustehen, einem realsozialistischem Garten
Eden. Schließlich: die Schlange war da. (Martin Buchholz)
Mußt all die garstgen Wörter lindern: aus
Scheißkerl mach den Schurk und aus dem Arsch den Hintern. (Goethe)
In Potsdam hatten die Granow ihren Familientag.
Kam der jüngste Seitensproß, Leutnant der Reichswehr- Kavallerie, auf die
Ahnfrau des Geschlechts zu, schlug die Hacken zusammen, verbeugte sich und
sprach: "Ah, Gnädigste, ebenfalls anwesend ?" Großtante Ursula von Granow ist
schwerhörig. Sie fragte sehr interessiert: "Wie ?" Der Leutnant, lauter:
"Gnädigste, ebenfalls anwesend ?" "Wie ?" Onkel
trat dazwischen und brüllte: "Ob de hier bist!" (Roda Roda)
Im Jahre 1851, den 23. April, stand an dieser
Stelle das Blüchersche Husaren- Regiment, um den hier in Gott ruhenden Helden,
den berühmten General der Cavallerie und Ahnherren aller Husaren, Hans Joachim
von Zieten, in Anerkennung seiner hohen Verdienste durch eine feierliche Parade
zu ehren. Ruhe und Friede seiner Asche ! Preis und Ehre seinem Namen!
Er war und bleibt der Preußen Stolz.
Inschrift eines Gedenksteins, etwa hundert
Schritte vom Grab der Zieten entfernt. Die Grabinschrift war deutlich
bescheidener: Da liegen wir zwei beide bis zum Appell im Grab.
(zitiert von Theodor Fontane in seiner"
Wanderung durch die Mark Brandenburg")
Das Gegenteil von einem Irrtum ist ein Irrtum.
(Hanns Eisler)
Im Krieg verändert sich die Situation jeden
Augenblick. (Napoleon. Im Frieden auch gelegentlich. Spaziergänger. )
Österreichische Titel ( zitiert von Otto
Friedländer)
K und K
Einjährigfreiwilligenkorporaltitularzugführerkadettoffiziersstellvertreter (auf
deutsch: Fahnenjunker der Reserve.)
Den 1. Weltkrieg hat die K u K Armee zwar
glänzend verloren, die österreichische Titelsucht ist geblieben. Wenn heute in
Österreich einer gar keinen Titel hat, dann ist er wenigstens Ingenieur. Der
Spaziergänger, der ein frühes Semester in Innsbruck absolviert hat, amüsierte
sich jedesmal, wenn ihn am Morgen, wenn er aus der Bäckerei im Haus die
Frühstücksbrötchen holte, die junge und fesche Verkäuferin ganz ernsthaft mit "
Küß die Hand, Herr Doktor! " begrüßte. In Deutsch- Österreich weiß man halt
noch, was sich gehört.
Simplicissimus
Warum hauste immer deine Olle? Weil det Aas
sagt, sie sei unglücklich verheiratet.
Gebet vor der Schlacht: Christliche Soldaten,
fassen wir unsere Gefühle zusammen in dem Ruf : Der liebe Gott hurra ! hurra !
hurra!
"Herr Baron, ich kann ihnen vollständige
Wiederherstellung von ihren Leiden nur versprechen, wenn sie in Zukunft ein
solides Leben führen." "Also unheilbar."
Am Chiemsee. „Du hör mal, schreit da nicht
jemand um Hilfe?“ „Keine Spur, das ist ein Sachse, der jodelt.“
„Was, a Abführmittel hast gegen den Husten
kriegt, ja, hilft den dös?“ „Ja, weißt, jetzt trau ich mir nimmer husten!“
„So, so, du bist also noch immer nicht im
Ruhestand.“ „Ja, freilich, sehen tu ich nix mehr, hören tu ich nix mehr, laufen
kann ich auch nimmer - was tät ich da im Ruhestand.“
Aus dem
Papierkorb der Weltpresse
Heiratsanzeige in der „Schwäbischen
Landeszeitung“: 32 jährige Geschäftsinhaberin, vermögend, hübsche Dame, wünscht
Neigungsehe. Auch Verpachtung käme infrage.
" Eichstätter Volkszeitung": In Eichstätt gibt
es nach der neuesten Bundeserhebung über den Familienstand 4000 Verheiratete;
davon sind 2000 männlich und 2000 weiblich. (zum Glück scheint sich im Freistaat
die Homo- Ehe nicht durchzusetzen. )
Los Angeles. Die 64 jährige Mrs. Lacy ist wegen
seelischer Grausamkeit ihres Mannes geschieden worden. Grund : Er hatte jedesmal
sein Hörgerät abgestellt, wenn sie ihm etwas . sagen wollte. ( Der Spaziergänger
kennt jemanden, der schafft das ohne Hörgerät)
Niederbayern. Auf einer Hochzeit erschien der
Gerichtsvollzieher und pfändete alle Geschenke des Bräutigams. Die Gäste lachten
über den nach ihrer Meinung gut gelungenen Scherz. Als jedoch der Beamte die
Pfändungsurkunde vorlegte, aus der zu ersehen war, dass der frischgebackene
Ehemann mit A1imentenzahlungen erheblich im Rückstand war, verstummten alle
Gäste. Es redete nur noch die junge Frau.
Aus „Stengels
- Extrakt“
Man teilte als Diagnose Herrn Schmidt
" Hypochondritis difficile" mit,
nun leidet Herr Schmidt an der Einbildung, kein
nur eingebildeter Kranker zu sein.
Man sollte, um die Enkel zu ermahnen,
den Trunkenbolden und den Saufkumpanen
nach ihrem Tod auf öffentlichen Plätzen
statt eines Denkmals einen Rinnstein setzen.
Vergib der Gattin, die dir oftmals grollte,
vergib dem Nachbarn, der dir Böses tat,
vergib dem Schuft, der dir ans Leben wollte,
vergib dich aber nie beim Skat.
Merkt euch gut, ihr Junggesellen:
An des Lebens 1000 Ängsten
müßt ihr jämmerlich zerschellen.
Ehelich währt am längsten.
Wichtige Regel für heute und immerfort :
Halte nicht nur Reden, halte auch mal Wort.
Rase nie! Fahr vorsichtig, Mann!
Denn Autopsie fängt mit Auto an.
Des Mannes Schicksal. ist verhängnisvoll.
Die Praxis offenbart das Diffizile:
Obwohl er alle Frauen ehren soll,
knurrt seine Gattin: Aber nicht zu viele!
Gallenmenschen recht getan
ist eine Kunst; die niemand kann.
Groß oder klein, Hauptsache ist,
dass du nie ein Kleinbürger bist.
Mit 17 schon hat er gesoffen,
doch nie hat ihn der Schlag getroffen.
Der Kerl, gesund und kraftgeballt,
wird morgen 19 Jahre alt.
So mancher künstliche Trabant
umkreist die Erde unbemannt.
So ist es eben leider heute:
Keine Leute, keine Leute!
Wer bei den Frauen keine Gunst hat, kann sich
leicht der Keuschheit rühmen.
Alte Geschichten zu erzählen macht neuen Zorn.
Liebe deinen Nachbarn, aber reiß den Zaun nicht
ein.
Das Schöne findet man, das Wahre muß man
suchen.
Fahr nicht aus deiner Haut, wenn du fährst.
Wer sich selbst kennt, spottet nicht über
andere.
Von zehn Geheimnissen soll man neun bei sich
bewahren und das zehnte nicht ausplaudern.
Bis zum Alter von 100 Jahren sollte der Mensch
studieren, zwischen 100 und 200 seinen Beruf ausüben und erst nach dem
2.Jahrhundert damit beginnen, seine Schlüsse zu ziehen.
(George Bernard Shaw. Von den europäischen
Ländern kommt Deutschland diesem Ideal am relativ nächsten. Der Berufseinstieg
deutscher Hochschulabsolventen erfolgt im Durchschnitt etwa 2 Jahre später als
in den Nachbarländern.)
Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit.
(Friedrich Engels)
Der krisensicherste Beruf ist der des
Klempners: Geschissen wird immer.
(Gerd M. , Berufsberater )
Eine gescheite Frau hat Millionen geborener
Feinde, nämlich alle dummen Männer.
(Marie von Ebner- Eschenbach )
Wo wäre die Macht der Frauen, wenn die
Eitelkeit der Männer nicht wäre. (dito)
Mit drei Anekdoten kann man das Wesen eines
Menschen bestimmen. (Fr. Nietzsche)
(Da brauchte er aber viel Vertrauen in die
Authentizität von Anekdoten, tatsächlich sind diese fast austauschbar, da sie
oft mehreren prominenten Personen zugeschrieben werden, wenn sie gut sind.)
Für mich und mein Volk ersehne ich als alter
Mann jenen Frieden, der höher ist als alle irdische Vernunft, den Frieden
Gottes. (Helmuth von Moltke d. Ä. an seinen Bruder)
Die Ehe ähnelt einer Geheimbundloge. Die
Uneingeweihten wissen nichts und die Eingeweihten dürfen nichts verraten.
(unbekannt, vermutlich verheiratet)
Satire darf alles. (Tucholsky)
Alle besseren Dummheiten geschehen am Vormittag
- der Mensch sollte erst aufwachen, wenn die Amtsstunden vorüber sind. ( Karl
Kraus)
Schreiben sie es so, dass es kurz und unklar
ist. (Napoleon auf die Frage von Polizeiminister Fouche, wie er gegenüber der
Öffentlichkeit eine einschneidende Verfassungsänderung begründen solle.)
Nackt war ich zur Welt geboren, nackt scharrt
man ins Grab mich ein, also hab ich durch mein Sein nichts gewonnen, nichts
verloren. (Aloys Blumauer)
Gott gibt dir Nüsse, aber er beißt sie nicht
auf. (Goethe )
Die Not kommt selten separat, gleich fehlt 's
an allen Sachen:
Kurzum, wer nichts zu beißen hat, der hat auch
nichts zu lachen. (Max Alfred Becker )
Das Glück bevorzugt in der Welt zu gern die
dümmsten Kerle;
sie haben sich billige Austern bestellt und
finden eine Perle.
( Rudolf Presber. Der Spaziergänger hat nicht
einmal herausgefunden, wo es billige Austern gibt.)
Hier ruht jemand, dem das Leben beim
beschwerdereichen Wandern alles schuldig stets geblieben - wie er andern. (
Maximilian Bern, " Die zehnte Muse ".)
Seid fröhlich mit den Fröhlichen, mit dem
Griesgram mögt ihr brummen, aber vor allem rat ich euch, ja dumm sein mit den
Dummen. (Roland Oechsler )
Ich finde niemanden, der so häufig recht hätte
wie ich. (Arno Schmidt )
Er trank fleißig, besser noch die Frau.
(Wilhelm Grimm, der jüngere der Gebrüder, nach einem Besuch im Hause Goethe)
Ich habe einen Schulkameraden, der Lehrer
geworden ist, der ist so was von frustriert. In seiner Schule, sagt er, wird nur
noch geraucht und gesoffen. Und die Schüler seien kaum besser. (Dieter Nuhr )
Wenn du von allem dem, was diese Blätter füllt,
mein Leser, nichts des Dankes wert gefunden, so sei mir wenigstens für das
verbunden, was ich zurück behielt. (Lessing )
Süß und ehrenvoll ist der Tod fürs Vaterland.
(Horaz )
Dieses Zitat war etwa 2000 Jahre lang das wohl
verlogenste überhaupt, bis zu Norbert Blüms Versprechen einer angeblich sicheren
Rente. Der Spaziergänger, als Schüler keineswegs selbständig oder gar
emanzipiert, wundert sich noch heute, dass er wenigstens diese Verlogenheit so
früh durchschaut hat Der Ausdruck für den Tod auf dem Schiachtfeld „Fallen" und
die routinemäßige tröstliche Mitteilung an die Familie (... war sofort tot)
entsprach meist nicht der bitteren Wahrheit. Die Angst des Soldaten, schwer
verwundet zu werden und in die Hand des Gegners zu fallen, war begründet. Noch
im 1. Weltkrieg wurde nach dem militärisch völlig sinnlosen Tod der deutschen
Jugend vor Langemarck dieser Spruch bemüht, um das eklatante Versagen der
Führung zu verdecken. Der Urheber dieses Zitates, Horaz, hat sich im übrigen
nicht an seine hehren Grundsätze gehalten. In der Schlacht bei Philippi ( 42 v.
ehr. ) ist er regelrecht getürmt, statt den süßen und ehrenvollen Tod für das
Vaterland zu sterben.
Mögen die herrschenden Klassen vor einer
kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu
verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen.
Proletarier aller Länder, vereinigt euch! (Karl
Marx, Friedrich Engels, " Manifest der kommunistischen Partei", Schlußsatz )
Die folgenden Zitate von Wilhelm Busch
haben mit seinem Jubiläumsjahr nichts zu tun, der Spaziergänger hat ihn schon
immer geschätzt und bewundert.
Das Lachen ist ein alter Brauch, Beelzebub, der
tut es auch!
Allein, man nimmt sich nicht in acht und
schwupp! ist man zur Welt gebracht.
Zuerst hast du es gut, mein Sohn, doch paß mal
auf, man kommt dir schon.
Also lautet der Beschluß, dass der Mensch was
lernen muß. (für fast jede Lebensphase ist was dabei) Die Welt, obgleich sie
sonderlich, ist gut genug ft1r dich und mich.
Gesegnet sind die Frommen, ihnen muß jedes Ding
zum Besten dienen.
Wer einsam ist, der hat es gut, weil keiner da,
der ihm was tut.
Wer Sorgen hat, hat auch Likör, dies ist ein
Brauch von alters her, doch wer zufrieden und vergnügt, sieht auch zu, dass er
welchen kriegt. (Wilhelm Busch hat häufig eigene Verse, die damals schon
Klassiker waren, als Widmungen verändert.)
Ei ja, da bin ich wirklich froh, denn Gott sei
Dank, ich bin nicht so.
Wohl ist dem, der dann und wann sich was
schönes dichten kann.
Ein guter Mensch ist niemals unbescheiden und
tut nie mehr als was er kann.
Der klugen Leute Ungeschick stimmt uns
besonders heiter.
Man füh1t doch für den Augenblick sich auch
einmal gescheiter. (unveröffentlicht)
Nobody is perfekt. (BillyWilder )
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
(Lenin)
Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.
( Goethe )
Zeit ist Geld. (Remember that time is money .
Benjamin Franklin )
Kann der etwas besseres schreiben, der dieses
schreibt:
Ich möchte euren Herzen so verbunden bleiben,
wie ihr dem meinigen verbunden bleibt.
(Werner Finck)
Für Doris und
Manfred
Januar 2009
eingestellt am 15 Januar 2009
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