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von
Fränkie
Märkisches Allerlei Januar 2008 (Hier klicken)
Die britische Bildzeitung "Sun"
hat uns die deutsche seriöse Presse schon des Öfteren als etwas einfach
gestrickt dargestellt; in dieser Tradition bleibt
die Märkische Allgemeine Zeitung
vom 6. März 2008.
Sie, die des Akkusativs
selbstverständlich mächtig ist, denunziert die "Sun" als eine, die nicht über
diese Fähigkeit verfügt, indem sie auf Seite 11 ("Arsenal beendet
Mailänder Serie") schreibt:
"Die 'Sun' feierte Torschütze Fabregas nach seinem Supertor aus 30 Metern:
'Er überflügelte sogar den majestätischen Kaka mit seinem Auftritt'".
Wir schlagen vor, zur
Verdeutlichung des Gewollten zu formulieren:
"Die 'Sun' feierte die
Torschütze Fabregas nach seine Supertor aus 30 Meter: 'Er überflügelte sogar das
majestätische Kaka mit seine Auftritt'".
Wir glauben, dass wir dies im
Einklang mit der MAZ, die auf Seite 5 ("Rupprecht: Angst vor Tests
unbegründet") berichtet:
"Sie hatte die Arbeiten bisher als sinnvoll verachtet...",
als sinnvolle Klarstellung
verachten können.
Märkische Allgemeine Zeitung
Die Märkische Allgemeine Zeitung vom 3. März 2008
outet (dieses hässliche Wort hat
sich leider inzwischen etabliert) auf Seite 9 ("Pantelic und Raffael
erlegen die 'Zebras'") den Herrn Pantelic, einen der besseren Spieler
des Fußballvereins Hertha BSC, und seinen Trainer, den Herrn Favre:
"Damit dürften sich auch die anhaltenden Spekulationen über das gespannte
Verhältnis des Torjägers mit seinem Trainer beruhigen".
Wir glauben, dass die Outung (oder
wie soll das Substantiv von "outen" sonst heißen?) des Herrn Pantelic mit seinem
Verhältnis mit dem Herrn Favre keineswegs zu einer Beruhigung des allgemein
angespannten Verhältnisses des gemeinen Berliner Fußballfans (und nicht nur
dieses) zu (aber keinesfalls: mit) homosexuellen Fußballspielern beitragen
dürfte. Wir dagegen haben überhaupt keine Vorurteile und sind in jeder Hinsicht
politisch korrekt; allerdings waren uns die langen Haare des Herrn Pantelic
schon länger aufgefallen... Oder sollte die MAZ nur wieder einmal ein "zu" mit
einem "mit" verwechselt haben? Wir warten auf die Gegendarstellung...
Kommen wir zu einem anderen Thema,
auf das uns die MAZ auf Seite 2 ("Plakettenpflicht auch im Südwesten")
hinweist und das an dem Erregungspotential des gemeinen Berliner Fußballfans
(und nicht nur dieses) vermutlich nicht in dem selben, aber auch nicht in ganz
unerheblichem Maße rühren dürfte ("Scheiß schwule Ökos mit ihrer scheiß schwulen
Umweltzone"):
"Dort dürfen nur noch Autos fahren, die nicht zu viele Schadstoffe
ausstoßen und dies nachweisen können".
Da sehen wir den Herrn
Polizeibeamten in der Diskussion mit dem BMW oder dem Toyota: "Guten Tag, könnse
bitte ma nachweisn, dasse nicht zu ville Schattstoffe aus, äh aus, äh also
ausdingsen?" "Na klar, Herr Wachtmeester, hier iss mein Nachweis", antwortet der
BMW oder der Toyota. ""Alles klar, weittafahn", erschallt es aus dem
Polizistenmunde. Cool, der technische Fortschritt, oder? Bislang mussten wir uns
noch selbst um die Umweltplaketten kümmern.
Märkische Allgemeine Zeitung
"Bekannte beschreiben ihn als charmant und großzügig, nur ein Untertyp sei er
eben nicht",
berichtet
die Märkische
Allgemeine Zeitung vom 1./2. März 2008
auf Seite 12 ("Trotz
alledem: Glücklich verheiratet") über den Herrn Pooth, den Ehemann der
Frau mit dem Blub, der Frau Pooth, frühere Feldbusch. Das ist für uns allerdings
keine Überraschung, wir haben den Herrn Pooth schon immer für einen Obertyp
gehalten. Bei Obertypen fällt uns glatt unsere Bundeskanzlerin, die Frau Merkel
ein. Wie viel sie mit der Frau Pooth, der früheren Frau Feldbusch, gemeinsam
hat, können wir zwar nicht beurteilen, und eigentlich wollen wir das auch gar
nicht so genau wissen; eines jedoch ist beiden Damen ganz offensichtlich gemein:
der Umgang mit der deutschen Sprache ist beiden - teilweise durchaus sympathisch
- nicht als herausragendes Befähigungsmerkmal in die Wiege gelegt worden.
"Merkel entgegnete, die Bundesregierung habe eine ganze Reihe von Maßnahmen
eingeleitet, 'die der Wirtschaft hilfreich sind'",
zitiert die MAZ auf Seite 2 ("Merkel
und Wirtschaft uneins über Reformpolitik") die Bundeskanzlerin. Eine
Maßnahme, "die der Leserin oder dem Leser nicht hilfreich ist", ist dagegen der
Umgang der MAZ mit dem Präsens und dem Futur auf Seite 5 ("Hohe Verluste
für das Land"):
"Bei mindestens 1,64 Millionen Euro liegt derzeit der finanzielle Verlust, der
dem Land Brandenburg aus der Bodenreform-Affäre entstehen wird".
Derzeit wird uns dabei zukünftig
ganz schummerig vor Augen werden.
Märkische Allgemeine Zeitung
Nur alle vier Jahre (jedenfalls
grob überschlagen, die voraussichtlich nicht in unsere Lebenszeit fallenden
Ausnahmen zu den nächsten Jahrhundert-Wechseln unterschlagen wir einfach) hat
die Märkische Allgemeine
Zeitung
wie heute die Gelegenheit, an
einem 29. Februar, heute also am
29. Februar 2008,
die deutsche Sprache zu
misshandeln, wie etwa auf Seite 5 ("Spannung und Schweigen vor
CDU-Klausur"):
"Einen vielsagenden Satz war von ihm gestern dennoch zu hören".
Diese Sprachgewalt wird sicherlich
der Bedeutung der Angelegenheit, der Frage nämlich, auf welche Weise sich die
brandenburgische CDU auf ihrer Klausurtagung zu der juristischen Entlastung
ihres wegen angeblicher E-Mail-Spionage entlassenen früheren Generalsekretärs
Petke äußern wird, gerecht, aber gleichwohl nicht billig.
Nicht gerecht, dafür eher billig
erscheint uns, dass die MAZ auf Seite 7 ("Laubengang auf der B 109")
zwar eine gewisse Frau Klagenicht erwähnt, ohne uns aber diese Dame
vorzustellen; im gesamten Artikel wird sie nur mit dem folgenden Satz erwähnt:
"... sagt Investor Matthias Große, der über die Klagenicht wenig verwundert war".
Wir dagegen sind über diese Art
der Berichterstattung nicht wenig verwundert.
Märkische Allgemeine Zeitung
Nicht angemessen erscheint uns,
die wir allerdings im Gegensatz zur MAZ nur als unprofessionelle
Hobby-Redakteure tätig sind, in
der Märkischen Allgemeinen
Zeitung vom 28. Februar 2008
auf Seite 5 ("Betrug an
Rentner") die Nennung des mutmaßlichen Betrügers mit vollem Namen, aber
ohne Anschrift. Der
"Betrüger Geldund"
war es, meint jedenfalls die MAZ.
Da fehlt doch eindeutig die Adresse (jedenfalls für eine hundertprozentig
professionelle Berichterstattung)!
Märkische Allgemeine Zeitung
Unsere bisherige Einschätzung,
dass
die Märkische Allgemeine
Zeitung vom 26. Februar 2008
politisch nicht unbedingt auf
Seiten der "Linken" steht, müssen wir offensichtlich revidieren. Auf Seite 5 ("Junghanns:
SPD beschreitet Irrweg") vermeinen wir dem Wortspiel
"Hart IV Betroffene e. V."
eine Annäherung an die Positionen
der "Linken" zu den Hartz-IV-Gesetzen entnehmen zu können.
Vollkommen neue Möglichkeiten der
politischen Einflussnahme in einer Demokratie eröffnet uns die MAZ auf der
selben Seite ("Das Ende der E-Mail-Affäre"). Während wir bei
Wahlen bislang immer nur Stimmen abgegeben haben, ist es nach den Angaben der
MAZ nunmehr, jedenfalls in Brandenburg, wo ja in Politik und Verwaltung durchaus
einiges möglich ist, möglich, auch mit Hilfe von
"Stimmern"
zu wählen. Wir vermuten, dass
diese uns bislang nicht bekannten Personen bezahlte "Stimmer" sind, die im
Auftrag der Wählerinnen und Wähler abstimmen, also sozusagen "abstimmern".
Märkische Allgemeine Zeitung
Ein "S" mit einem "T" verwechselt
die Märkische
Allgemeine Zeitung vom 21. Februar 2008
auf Seite 7 ("Vom
Steinkohlerevier ins Tagebauland"):
"Schon drei Jahre später hastte sie bei der Gewerkschaft ihren
Arbeitsplatz".
Gemeint ist sicherlich:
"Schon drei Jahre später hasste sie bei der Gewerkschaft ihren
Arbeitsplatz".
Dieses Gefühl ist für uns
bemerkenswert nachvollziehbar. Schon drei Monate später hassten wir bei der
BürgerZeitung unseren Arbeitsplatz: Zwar stellt die Potsdamer BürgerZeitung
keine besonders hohen Ansprüche an uns, andererseits zahlt sie uns aber auch
nichts. Selbstausbeutung ist eben nicht nur bei der Gewerkschaft ein Problem.
Herr Roth, rufen wir, tun sie etwas! Tun mit "T" und nicht Schweigen mit "S"!
Nicht dass wir Sie noch - selbstverständlich unabsichtlich - mit Herrn Rosh
betiteln! Wir lassen uns von Ihnen kein "T" mehr für ein "S"
vormachen; ja, da schlucken Sie, Sie alter Ausbeuter, Sie!
[Genau, das musste wirklich echt mal irgendwie gesagt
werden! Der Säzzer]
Märkische Allgemeine Zeitung
"Die Mercedes-Manager aber bestanden auf herkömmliche Motoren und setzten sich
durch",
berichtet
die Märkische
Allgemeine Zeitung vom 19. Februar 2008
auf Seite 12 ("Monsieur
Swatch") über kleine Differenzen zwischen einem großen deutschen
Autohersteller und dem Herrn Hayek bei der Entwicklung des kleinsten Autos
dieses großen deutschen Autoherstellers, dem Smart.
Korinthenscheißenderweise - wir
haben soeben einen selbstgebackenen Rosinenkuchen verzehrt - müssen wir darauf
hinweisen, dass heutzutage üblicherweise nicht das Wort "bestehen", sondern
vielmehr "stehen" als Synonym für "eine Vorliebe haben" verwendet wird. Daher,
liebe MAZ, hätte es vollkommen genügt zu schreiben:
"Die Mercedes-Manager aber standen auf herkömmliche Motoren und setzten sich
durch".
Allerdings sind wir durchaus froh,
dass sich die Neigungen der Manager eines großen deutschen Autoherstellers auf
Herkömmliches beschränken. Ungern nur erinnern wir uns an ganz andere, uns
jedenfalls nicht als herkömmlich erscheinende, Vorlieben von (Betriebrats-)Managern
eines anderen großen deutschen Autoherstellers. Wir mögen uns gar nicht
vorstellen, was diese Herren wohl mit nicht "herkömmliche" Motoren angestellt
hätten...
Märkische Allgemeine Zeitung
"Sieg mit Schönheitsflecken"
nennt
die Märkische
Allgemeine Zeitung vom 7. Februar 2008
den gestrigen Sieg der deutschen
Männerfußballnationalmannschaft über den Fußball-Riesen Österreich. Da uns der
Begriff "Schönheitsfleck" bislang unbekannt war, haben wir Wikipedia befragt:
"Als
Schönheitsfleck wird ein echtes Muttermal bezeichnet, das durch seine Größe,
Platzierung und Form und überhaupt durch sein Vorhandensein einer meist
weiblichen Person ein besonders charakteristisches bzw. attraktives Aussehen
verleiht. Letztendlich ist die Feststellung, dass ein Mal diese Bezeichnung
verdient, natürlich das Ergebnis einer individuellen Betrachtung."
In Anlehnung an
den Bundesgerichtshof, den wir in unserer Kolumne von gestern zitiert hatten,
können wir diese individuelle Betrachtung der MAZ nur als "bemerkenswert
abwegig" einordnen. Wir hatten im gesamten Spiel der, in diesem Fall männlichen,
Nationalmannschaft nicht einen einzigen ein attraktives Aussehen verleihenden
Schönheitsfleck entdecken können, auch nicht in der zweiten, zugegebenermaßen
nicht vollkommen abwegigen Halbzeit.
Dafür mussten
wir in der Berichterstattung der MAZ, aber leider auch in einer unser früheren
Glossen jeweils einen Schönheitsfehler entdecken. Während die MAZ in ihrem
Artikel nicht nur Schönheitsflecken festzustellen glaubt, sondern auch die
Schreibweise des Namens eines Herrn, der uns als auch unter dem Pseudonym "The
Hammer" bekannt ist, derart als
"Hitzslperger"
verhunzt, so dass wir dies nicht
als Schönheitsfleck, sondern nur als Schönheitsfehler werten können, müssen wir
zugleich einräumen, dass wir in unserer Glosse vom
17./18. November 2007
leicht übertrieben haben. Hat doch die österreichische
Männerfußballnationalmannschaft im Jahre 2007 tatsächlich einmal gewonnen: gegen
die Elfenbeinküste. Das ist wahrlich kein Schönheitsfleck für uns! Leider haben
wir auch keine derart perfekte Ausrede dafür, wie sie laut MAZ (Seite 3, "Der
Wahlkampf geht weiter") einer der bekanntesten US-Meinungsforscher für seine
notorisch falschen Prognosen hat:
"Das liegt
nicht an uns, sondern an den Wählern!"
Denn die Ausrede "Das liegt nicht
an uns, sondern an den Österreichern!" wirkt nicht bemerkenswert überzeugend,
sondern bemerkenswert abwegig.
wikipedia.org/wiki/Schönheitsfleck
Märkische Allgemeine Zeitung
"...diese für Brandenburg unrühmliche Angelegenheit...",
wie der Herr Schönbohm,
Innenminister, das Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 7. Dezember letzten
Jahres (Az.: V ZR 65/07) zum Umgang des Landes Brandenburg mit
Bodenreformgrundstücken laut
der Märkischen
Allgemeinen Zeitung vom 6. Februar 2008
auf Seite 5 ("Verzicht-Plan
startet") nennt, ist nicht nur für das Land eine bemerkenswert
unrühmliche Angelegenheit, sondern auch für die das Land vertretenden
Rechtsanwälte. So nennt der BGH das Verhalten des Landes, das sich angesichts
drohender Verjährungsfristen nicht besonders intensiv um die Ermittlung
möglicher Erben gekümmert hatte, sondern sich - vermutlich zur Vermeidung
überflüssigen Verwaltungsaufwandes - lieber selbst als Eigentümer in etwa 10.000
Grundbücher von Bodenreform-Grundstücken eintragen ließ, ein eines Rechtsstaats
unwürdiges Verhalten, das nachhaltig an die Praxis der Verwalterbestellung der
DDR erinnere. Das ist wahrlich eine unrühmliche Angelegenheit. Keineswegs
bemerkenswert rühmlicher ist es jedoch, wenn das Gericht die im Verfahren von
diesen vertretene Rechtsmeinung als
"bemerkenswert abwegig"
beschreibt. Versuchen wir einmal,
diese in Gerichtsurteilen äußerst seltene Formulierung in ein Schulnoten-System
für juristische Bewertungen einzuordnen:
| 1 (sehr gut) |
"sehr gut vertretbar" |
| 2 (gut) |
"gut vertretbar" |
| 3 (befriedigend) |
"vertretbar" |
| 4 (ausreichend) |
"noch vertretbar" |
| 5 (mangelhaft) |
"kaum noch vertretbar" |
| 6 (ungenügend) |
"abwegig" |
| |
"bemerkenswert abwegig" |
Dabei müssen wir feststellen, dass
diese prozessuale Leistung offensichtlich nicht einmal mehr mit einer "6"
bewertet werden konnte.
www.bundesgerichtshof.de
wikipedia.org/wiki/Bodenreform_in_Deutschland
Märkische Allgemeine Zeitung
"Die soziale Staffelung werde auch einen Land-santeil erforderlich machen",
schreibt
die Märkische
Allgemeine Zeitung vom 2./3. Februar 2008
auf Seite 5 ("Volksinitiative
nimmt nächste Hürde"). Vermutlich ist ein Land-Sandteil gemeint;
derartige Land-Sandteile werden voraussichtlich angesichts steigenden
Meeresspiegels und zunehmender Sturmfluten ohne soziale Staffelung wohl kaum
mehr unproblematisch erschwinglich sein.
Nicht unproblematisch erscheint
uns auch die zunehmende Dauer von Bombenexplosionen im Irak. Während früher
Bomben einfach nur explodierten und schon damit viel zu viel Tod und Leiden
auslösten, lassen neuerdings irakische Attentäter oder -täterinnen Bomben eine
erheblich längere Zeit detonieren; so ging gestern auf
"... dem Geflügelmarkt El Dschadida ... zwanzig Minuten eine weitere Bombe
hoch",
wie uns die MAZ auf Seite 4 ("Schwere
Anschläge auf Märkte in Bagdad") berichtet. Das finden wir
"... einen hetigen Umgang ...",
so die MAZ auf Seite 6
("Roter Adler in Afrika") in anderem Zusammenhang, mit Menschenleben -
wir vermuten, die MAZ meinte einen heftigen Umgang. Es
"... ist sicher noch einweiter Weg"
(Seite 6,
"Motorola gibt Handys auf"), wenn nicht sogar ein meilenweiter
(vermutlich meint die MAZ dieses, ein uns an eine, aus unseren Zeiten als Kind aus der Werbung für
eine an Wüstengebiete gewöhnte Tiere bekannte, Zigarettenmarke erinnerndes Wort) Weg bis zum
Aufgeben der Attentäter und -täterinnen.
"Ampeln und andere Barrieren..."
(Seite 6, "Land sucht Pilotprojekte")
helfen da sicher nicht. Deshalb begrüßen wir die nationale Beschränkung der
Forderung der Frau Künast, der Vorsitzenden der Fraktion der Grünen im deutschen
Bundestag, auf ein deutsches Bundesland (Seite 1):
"Renate Künast möchte in Hessen eine Ampel".
Wir empfehlen ihr, sich mit dieser Forderung an
das zuständige Straßenverkehrsamt zu wenden.
Märkische Allgemeine Zeitung
"Zwei Minuten wurde der Brasilianer zum tragischen Fußball-Helden",
erzählt uns
die Märkische
Allgemeine Zeitung vom 30. Januar 2008
über den Herrn Diego von Werder
Bremen auf Seite 1 ("BVB beendet Fluch"). Das, meinen wir, lässt sich aber noch
verschmerzen. Etwas anders ausgesehen hätte es, wenn es zwei Stunden oder zwei Tage
oder zwei Wochen oder gar zwei Monate gewesenen wären, von Jahren, Jahrzehnten,
Jahrhunderten oder Jahrtausenden ganz zu schweigen, auch wenn wir zugeben
müssen, dass zwei Sekunden, weitere Abstufungen wollen wir uns ans dieser Stelle
ersparen, noch erträglicher gewesen wären.
Verschmerzen können wir auch, dass
es ein Gesetz geben soll, dass an Stelle von Paragrafen nur Absätze hat, obwohl
es hier nicht um das Schuhgesetz, sondern um das Straßengesetz geht:
"Der Pferdefuß versteckt sich in Absatz 27 des Brandenburgischen
Straßengesetzes",
erklärt uns auf Seite 6
("Schleichender Alleentod") die MAZ - zur Klarstellung: nein, es
geht auch nicht um das Pferdefußgesetz.
Nicht verschmerzen können wir
aber, dass die MAZ offenbar trotz der letzten Preiserhöhung zu arm ist, sich ein
Standard-Rechtschreibungsprogramm zu kaufen, dass derart offenbaren Mist wie
"finanzieen",
"Atomkratftgegnern"
oder
"is"
statt
"ist"
(Seite 6, "Rechtstreit um jüdische Gemeinde
geht in neue Runde"; Seite 4, "Wir sind zähe Menschen") auf dem
Bildschirm markiert. Wir empfehlen im Zweifel die Überprüfung von Texten an Hand
eines äußerst kostengünstigen Open-Source-Programms, wenn es denn finanziell
derart klemmen sollte.
Märkische Allgemeine Zeitung
Ganz kurzen Prozess mit der neuen
Kommunalverfassung des Landes Brandenburg macht heute
die Märkische
Allgemeine Zeitung vom 29. Januar 2008.
"Das Gesetzeswerk Es fasst die bisher voneinander getrennten Gemeinde-,
Amts- und Landkreisordnungen zusammen",
schreibt sie auf Seite 5
("Zwergenaufstand in der Gemeindevertretung"). Zwar waren wir bislang davon
ausgegangen, dass Abkürzungen in der Regel zumindest in eingeschränktem Maße
Assoziationen an das Abgekürzte zulassen sollten; wenn allerdings die MAZ meint,
für eine "Kommunalverfassung" sei die Abkürzung "Es" allgemeinverständlicher als
die amtlicherseits vorgesehene ("KV"), so wollen wir dies klaglos hinnehmen.
Vermutlich begreift dies die MAZ als
"Moderniesierungskurs",
den sie uns auf Seite 3 offeriert
("Die Parteien müssen sich auf neue Konstellationen einstellen") - oder
sollten wir besser sagen: offieriert?
Märkische Allgemeine Zeitung
Heute schlägt sich - wieder einmal
-
die Märkische
Allgemeine Zeitung vom 28. Januar 2008
offensichtlich mit allen Kräften
mit dem dritten und dem vierten Fall, landläufig auch Dativ und Akkusativ
genannt, in einer Weise herum, die sehr stark an ein Würfelspiel in einer von
dicken Rauchschwaden durchzogenen Eckkneipe nach der zwölften Lokalrunde
erinnert.
Nicht geschafft hat sie es bereits
auf der Seite 3 ("Quälende Ungewissheit"):
"Doch unabhängig vom ... möglichen Regierungsmehrheiten",
vor allem aber würfelt sie auf der
Sportseite 9 aus vollem Becher. Während sie bei den Handballern alles richtig
macht
("Lars Christiansen vom Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt"),
zeigt das Fußballfeld auffallende Schwächen: weder dem
"Bundesligist Hannover 96"
noch dem
"Zweitligist Borussia Mönchengladbach"
und auch nicht dem
"Zweitligist FC Erzgebirge Aue"
oder gar dem
"Oberligist Borea Dresden"
gönnt sie den auch diesen Mannschaften - jedenfalls unserer Meinung nach -
zustehenden Dativ.
Dagegen gewährt die MAZ huldvoll
dem
"Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern"
oder dem
"Regionalligisten 1. FC Magdeburg Dresden"
und auch dem
"Oberligisten FC Sachsen Leipzig"
den ihnen auch von uns aus vollem Herzen gegönnten Fall. Wir fragen uns aber
allmählich, ob der Würfelbecher wirklich das geeignete Handwerkszeug für
Journalisten ist, auch wenn die MAZ heute anders als dem Herr Koch und der Frau Ypsilanti
(Ups, an dieser Stelle haben wir es wohl etwas mit dem Dativ übertrieben, sehe
es uns die MAZ als Ausgleich nach) in Hessen am Tag nach der Landtagswahl mit nur wenigen Stimmen -
entgegen unseren internen Würfelvoraussagen - unter der 50-Prozent-Grenze liegt
und ihr ein gewisses Würfelgefühl daher nicht abgesprochen werden kann.
Dafür hat uns der uns bislang
unbekannt gebliebene Begriff
"pupertierende Jugendliche"
außerordentlich gefallen (Seite 8,
"Kaskade der Entgleisungen"), aber auch die
"legndären Zündapp-Gespanne"
sind uns positiv aufgefallen
(Seite 13, "Elefantentreff mit 4000 Bikern"),
wobei wir aber darauf hinweisen wollen, dass in einer Kaskade der legndären
Entgleisungen der Begriff "pupsende Zündapp-Gespannjugendliche" nur wenige
Stufen entfernt liegen dürfte.
Märkische Allgemeine Zeitung
Entweder hat
die Märkische
Allgemeine Zeitung vom 26./27. Januar 2008
tatsächlich jeden Rechtschreib-
oder Grammatikfehler vermieden, oder wir - die wir ja nun auch nicht mehr die
Jüngsten sind - sind mit Blindheit geschlagen. Wie dem auch sei, wir sind
zufrieden... - jedenfalls mit der MAZ von heute.
Weniger zufrieden sind wir mit dem
Herrn Junghanns, der der brandenburgische Wirtschaftsminister ist, der mit
leichter - politischer - Blindheit geschlagen zu sein scheint, und der deshalb
auf halbem Wege stehen bleibt. Auf
Seite 5 berichtet die MAZ unter dem, uns durchaus leicht ironisch und daher
äußerst sympathisch erscheinenden, Titel "Die kleinen Flieger von Tempelhof"
über den Wunsch des Herrn Junghanns, entgegen der vom höchsten deutschen
Verwaltungsgericht abgesegneten landesplanerischen und planfestgestellten
Festlegungen, anstelle der bisherigen drei Flughäfen Tempelhof, Schönefeld und
Tegel einen einzigen Flughafen bei Schönefeld zu bauen und dafür Tempelhof und
Tegel ganz sowie eine Start- und Landebahn in Schönefeld zu schließen, Tempelhof
weiterhin geöffnet zu lassen. Wir meinen, eine schöne Schlagzeile für dieses
Ansinnen wäre auch gewesen:
"Junghanns macht den Clement"
So wie der
Herr Clement taktisch sehr geschickt die Frau
Ypsilanti mit seiner vorgeschobenen Kritik an ihrer Energiepolitik unterstützt,
unterstützt der Herr Junghanns als "IPO" (Inner-Parlamentarische-Opposition) -
ebenfalls taktisch sehr geschickt, sich ein Beispiel an dem Herrn Clement
nehmend - die Bürgerinitiative gegen den Flughafenausbau in Schönefeld als
"APO" (Außer-Parlamentarische-Opposition) nach ihrer endgültigen gerichtlichen
Niederlage mit seiner Forderung nach dem Weiterbetrieb von Tempelhof. Wir freuen
uns - sollte die Forderung des Herrn Junghanns Erfolg haben - nicht nur auf eine
wahrscheinlich Jahrzehnte währende Prozesslawine durch alle Gerichtsinstanzen
auf den Feldern des Luft- , des Naturschutz-, des Immissionsschutz- und des
Landesplanungsrechts, um nur einige wenige Aspekte zu benennen, sondern
vor allem auf die sich uns voraussichtlich bietenden unzähligen Möglichkeiten,
über die ebenso wahrscheinlichen Rechtschreib- oder Grammatikfehler, die die
Berichterstattung der MAZ über diese wahrscheinlich Jahrzehnte währende
Prozesslawine durch alle Gerichtsinstanzen durchziehen wird, herziehen zu
können. In diesem Sinne rufen wir dem Herrn Junghanns zu: Weiter so! Sie, sehr
geehrter Herr Junghanns, sollten unbedingt erwägen, ihre Forderung nicht mehr
nur auf Tempelhof zu beschränken, sondern sie auf Tegel auszuweiten. Daran
hätten wir wahrlich Freude! Bleiben Sie nicht auf halbem Wege stehen! Wir wollen
doch schließlich diese Rubrik nicht wegen eines schnöden Mangels an
Rechtschreib- oder Grammatikfehlern in der MAZ schließen müssen!
Märkische Allgemeine Zeitung
Dem Trend der Zeit folgend
schnallt
die Märkische
Allgemeine Zeitung vom 24. Januar 2008
den Gürtel enger und spart
wertvollen Platz, indem sie Leerzeichen vermeidet:
"Zukunft von Prodis Regierungoffen"
titelt sie etwa auf Seite 4; auf
Seite 5 ("Ministerium verurteilt unseriöse Beratung") schreibt sie:
"Das Sozialministeriumhat die unseriöse Beratung ... verurteilt.".
Allerdings hätte die MAZ, so
meinen wir, deutlich mehr Platz, und natürlich auch Druckerschwärze, sparen
können, und dies, ohne den Gürtel enger schnallen zu müssen, indem sie
verständlichere Formulierungen, die nicht ständig, so wie zum Beispiel an dieser
Stelle, also bei uns, der Potsdamer BürgerZeitung, durch Nebensätze, die auch
durch simple Einschübe ersetzt werden könnten, unterbrochen werden würden (also
langsam haben wir offensichtlich selbst wegen der blöden Nebensätze den Faden
verloren), wenn sie etwa auf Seite 5 ("Koalition lehnt Sozialticket ab")
meldet:
"Freiwillige Leistungen, als die das Ticket eingestuft wird, sind deshalb nicht
möglich."
Wir meinen, journalistische
Leistungen,
als die dieser Satz nicht eingestuft wird, sind deshalb nicht unmöglich.
Märkische Allgemeine Zeitung
Unter dem Titel "Atommeiler
bleiben abgeschaltet" berichtet
die Märkische
Allgemeine Zeitung vom 23. Januar 2008
auf Seite 7 über das uns bislang
unbekannt gebliebene Atomkraftwerk Kümmel:
"Das Sozialministerium in Kiel gab gestern bekannt, Brunsbüttel werde nach
Angaben von Vattenfall nicht vor Ende März wieder angefahren, Kümmel nicht vor
Mitte Mai.".
Wir hoffen, dass auch alle anderen
betroffenen Atommeiler von A wie Anis über E wie Estragon und O wie Oregano bis
Z wie Zitronenmelisse nicht vorzeitig wieder angefahren werden. Sollen sie doch
bleiben, wo der Pfeffer wächst! Für uns ist nur von Bedeutung, dass wir auch
weiterhin nicht radioaktiv verstrahlte Gewürze verwenden können.
Schlossapotheke-Gewürze von A-Z
Märkische Allgemeine Zeitung
Herrliche, bis zu 800 Meter über
dem Meeresspiegel sich auftürmende Satzgebilde sowie Wortneuschöpfungen, aber
auch die Zuweisung neuer Bedeutungen an altbekannte Worte bietet uns heute
die Märkische
Allgemeine Zeitung vom 21. Januar 2008.
In dem Wetterbericht für Irak,
Syrien, Saudi-Arabien und Jordanien (Seite 13, "Schneefall und
Eisglätte") erfreut sie uns mit folgendem Satz:
"Zwar ist die Hauptstadt Amman, deren Berge bis zu 800 Meter über dem
Meeresspiegel an kalte Winter gewohnt.".
Etwas gewohnungsbedürftig ist für
uns auch die Bedeutung des Wortes "klettern" in der Weise, wie die MAZ es im
selben Artikel benutzt:
"Und wieder klettert das Thermometer unter Null Grad.".
Weder an kalte Winter noch an
unter Null Grad kletternde Thermometer, vor allem aber nicht an das Wort
"Opernairball"
(Seite 14, "Die Saison ist
eröffnet") gewohnt sind wir: Wir haben nur ein
Wärmometer und wohnen weder in einer
Oper noch an der Air(e) noch in einem Ball; daher dürfte unsere fehlende
Gewohnung nachvollziehbar sein.
Nicht nachvollziehen können wir
dagegen die allgemeine Aufregung über den Herrn Clement, ehemals
SPD-Bundeswirtschaftsminister und nunmehr Aufsichtsratsmitglied bei einer
RWE-(Groß-)Kraftwerksfirma, der die hessischen Wähler vor der Wahl der Frau
Ypsilanti und der SPD warnt, weil sie Großkraftwerke ablehnt und auf erneuerbare
Energien setzt (Seite 1,
"Struck droht Clement mit
SPD-Ausschluss").
Wir meinen, der Herr Clement hat
diese Ausschlussdrohungen überhaupt nicht verdient. Als treues
SPD-Parteimitglied hat der Herr Clement mit seiner taktisch äußerst geschickten
Öffentlichkeitsarbeit dafür gesorgt, dass sich alle, aber auch alle führenden
SPD-Genossen, und zwar auch diejenigen, die bislang die Energie-Politik der Frau
Ypsilanti insgeheim abgelehnt haben, in unverbrüchlicher Solidarität hinter
Frau Ypsilanti stellen und sie nunmehr vorbehaltlos unterstützen (nun ja:
müssen). Herr Struck, rufen wir, flehen wir: Setzen Sie dem Mann ein Denkmal in
der SPD-Parteizentrale wegen seines heldenhaften Einsatzes für die hessische
SPD, und drohen Sie ihm nicht mit Ausschluss! Obwohl, wer weiß, vielleicht ist
das ja auch nur eine ganz gewiefte Taktik des Herrn Struck, um die ganz gewiefte
Taktik des Herrn Clement noch glaubwürdiger zu machen.
Unter dem amüsanten Titel "Keinohrschweiger"
(Seite 3) ruft die MAZ dem Herrn Schweiger, Regisseur und Hauptdarsteller
des in Paretz am nördlichen Rand Potsdams gedrehten und derzeit in den Kinos
laufenden Films "Keinohrhasen", zu:
"Ach, hättest Du geschwiegen."
.
Das sehen wir genauso. Und zwar
nicht wegen eines Ereignisses, das in der MAZ erwähnt ist, sondern wegen eines, das uns aus
gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zugetragen wurde. Den Film "Keinohrhasen"
hat der Herr Schweiger zwar im wesentlichen in Paretz, genauer gesagt, in
Paretzhof, aber Teile des Films auch in angrenzenden Ortschaften, wie etwa auf
dem Fußballplatz von Neu Falkenrehde, gedreht. Was hat das mit Wunsch nach dem
Schweigen des Schweigers, also des Herrn Schweiger, zu tun? Auf die Frage von
Anwohnern, ob es denn eine Benutzungsgenehmigung oder eine Drehgenehmigung für
den Fußballplatz gäbe, der am helllichten Tag ohne Rücksicht auf die Nutzer des
Platzes, ohne irgendwelche Nachfragen besetzt wurde, antworteten die mit dem
Dreh beschäftigten Spießgesellen des Herrn Schweiger, man solle nicht kleinlich
sein, es werde für die Freiwillige Feuerwehr Falkenrehde eine Spende geben, von
- und an dieser Stelle werden die Aussagen undeutlich - nach der Darstellung der
Einen in Höhe von 50, nach der Darstellung der Anderen in Höhe von 100 Euro, und
damit sei die Sache ja wohl erledigt. Bis heute aber, Herr Schweiger, der sie
ihre Büttel besser hätten schweigen lassen, ist weder das eine noch das andere
erfolgt, so erzählen es uns jedenfalls die gewöhnlich gut unterrichteten Kreise.
"Ach, hättest Du geschwiegen..."
;
selten haben wir einen Ausruf der
MAZ daher mit derart voller Inbrunst unterstützt, nachdem wir diese Geschichte
über den kleinlichen Möchtegerngroßen, den Herrn Schweiger, hören mussten.
www.pr-inside.com/de/zu-dresdner-semperopernball-mehr-als-r392465.htm
wikipedia.org/wiki/Keinohrhasen
Märkische Allgemeine Zeitung
Nicht wenig hat uns heute
die Märkische
Allgemeine Zeitung vom 19./20. Januar 2008
verwirrt (Seite 1, "Hessens
CDU führt nur noch hauchdünn"). Sie berichtet, dass nach einer
aktuellen Umfrage des sogenannten "ZDF-Politikbarometers" die SPD mit der
Herausforderin Frau Ypsilanti - in diesem Zusammenhang müssen wir übrigens
frühere Äußerungen unsererseits
relativieren1
- eine Woche vor der Landtagswahl nur noch mit einem Prozentpünktchen vor
der CDU mit dem Amtsinhaber Herrn Koch liegt. Das verstehen wir, soweit reicht
unser eher schlichtes Gemüt gerade noch. Verwirrend finden wir aber diese wenig
später unmittelbar aufeinander folgenden Sätze:
"Dem ZDF-Politikbarometer zufolge liegen Grüne und FDP in Hessen mit acht
Prozent gleichauf. Die Linke könnte mit derzeit fünf Prozent erstmals den Sprung
in den hessischen Landtag schaffen und damit eine CDU/FDP-Mehrheit
unwahrscheinlich machen. Eine Umfrage des Instituts Infratest dimap im Auftrag
der ARD vom Donnerstag war zu ähnlichen Werten gekommen...".
An dieser Stellen waren wir
gespannt wie ein Flitzebogen. Sollte die ARD-Umfrage diese Aussagen der
ZDF-Umfrage zur Wahl in Hessen tatsächlich bestätigen? Vor Erwartung fiebernd
lasen wir weiter:
"...Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) kann danach
mit der Fortsetzung seiner christlich-liberalen Koalition rechnen".
??????? ????? ??? ? Verwirrung!
Achselzucken! Stirnrunzeln! Ohrenwackeln! Doppelkinnzupfen! Haarsträhnendrehen!
Achselkratzen! Augenbrauenlüpfen! Nagelkauen! Stirnrunzeln! Mehr fällt uns dazu
nicht ein!
Diese Reaktion unsererseits, liebe
Leserin, lieber Leser, halten Sie für ein wenig exzentrisch? Diesem Eindruck
haben wir wenig entgegen zu setzen. Denn schon seit geraumer Zeit tragen wir uns
mit mit dem einen oder auch mehreren Gedanken an eine Auswanderung nach Island.
Dem Bericht der MAZ über den Herrn Fischer, den nach Island ausgewanderten, am
Freitag gestorbenen
Schachweltmeister, zufolge (Seite 11, "Genie und Wahnsinn") erklärte der
Außenminister Islands, der Herr Oddsson,
"...man habe so viele Exzentriker auf Island, dass es 'auf einen mehr oder
weniger auch nicht ankommt'".
Märkische Allgemeine Zeitung
1
Wir verweisen auf unsere
Glosse in der PBZ vom 12. November 2007,
in der wir einer Bündelung aller Kräfte auf die Frau Ypsilanti skeptisch
gegenüber standen und sogar den Herrn Koch zum Handeln aufgefordert hatten.
Die Menschen sind verschieden,
oder wie ein sich als Fußballweisheit tarnender Spruch lautet: jeder spielt in
seiner eigenen Hälfte. So will sich der Herr Schönbohm, derzeit Innenminister
Brandenburgs,
"mit der Landtagswahl 2009 ... aus der Politik zurückziehen",
wie
die Märkische
Allgemeine Zeitung vom 17. Januar 2008
berichtet (Seite 5, "Schönbohm
führt die Runde der Innenminister an"). Für uns wäre das ja nichts!
Wenn wir uns dereinst einmal in den Ruhestand zurückziehen werden, haben wir die
leise Hoffnung, dass uns angenehmere Gefährtinnen oder Gefährten in diesen
begleiten werden als ausgerechnet eine Landtagswahl.
Wir müssen aber, da wir noch lange
nicht im Ruhestand sein werden (wer weiß schon, ob er für uns mit 67 Jahren
tatsächlich schon eintreten wird), noch einmal zum Thema "Klimapflege
der MAZ zu Lasten der Linkspartei" - wir verweisen auf unseren Beitrag vom 15.
Januar - zurückkommen (Seite 6, "Die Linke klagt gegen das Land").
Die MAZ verhohnepiepelt die Linke heute gleich doppelt, nämlich sowohl innerhalb
wie außerhalb des Landtages
ein Mal als
"Linskpartei"
und ein weiteres Mal als
"Linskfraktion".
Es steht für uns natürlich nicht
fest - wie gesagt, jeder spielt in seiner eigenen Hälfte - ob die MAZ das eher
positiv
(verhohnepiepeln als: necken / anführen /
nasführen / foppen / irreführen / verspotten / veralbern)
oder eher negativ
(verhohnepiepeln als: öffentlich kritisieren / beschuldigen / anklagen /
bloßstellen)
meint; dass geben wir unumwunden
zu. Ersteres tun wir selbst ja allzu gerne (zum Beispiel an dieser Stelle mit
der MAZ); allerdings treibt uns die Befürchtung um, dass die MAZ im Hinblick auf
die Linkspartei eher das Zweite beabsichtigt.
Nachdem nunmehr aber festzustehen
scheint, dass die Lokführergewerkschaft GdL nicht mehr streiken wird und somit
absehbar erscheint, dass wieder genügend einsatzbereite Loks für die Deutsche
Bahn AG zur Verfügung stehen werden, benötigt die Deutsche Bahn AG
konsequenterweise nach der für uns in jeder Hinsicht nachvollziehbaren Meldung
der MAZ (Seite 9) keine Lastkraftwagen mehr als Zugmaschinen für ihre Waggons,
die zukünftig wieder nach alter Eisenbahner Sitte an Lokomotiven angehängt
werden sollen:
"Lastwagen hängen die Bahn
ab".
www.redensarten-index.de
Märkische Allgemeine Zeitung
Der parlamentarische
Geschäftsführer der CSU-Fraktion im Bundestag, der Herr Koschyk,
"...ist für 2009...",
aber
"...gegen ein "Koalitionswahlkampf"...",
zudem auch, wie wir leider
der
Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 15. Januar 2008
entnehmen müssen, gegen den
Akkusativ (Seite 2, "Klimapflege" bei Union und FDP"). Ohne den Akkusativ
zu pflegen, sehr geehrter Herr Koschyk, darauf hinzuweisen fühlen wir uns
verpflichtet, wird es mit dem Klima nie etwas! Und warum sind sie nicht zum
Beispiel auch für 2008?
Zum Thema "Klimapflege":
Äußerst interessiert entnehmen wir heute der MAZ (Seite 5, "Kaiser vor
Spitzenkanditur" - eine sehr schöne Anspielung übrigens: der erste Kaiser,
der kandidieren muss!), dass die brandenburgische Linkspartei 32.000 € für eine
von ihr in Auftrag gegebene Umfrage an das Institut TNS Emnid zahlen
musste. Dabei weckt unser äußerstes Interesse nicht etwa die nackte Zahl als
solche, sondern vielmehr die Tatsache, dass - jedenfalls soweit wir uns
entsinnen können - die MAZ bei einem Bericht über von anderen Parteien
in Brandenburg, wie etwa der SPD oder der CDU, in Auftrag gegebene Umfragen noch
niemals die Kosten genannt hat. Das erweckt in uns die Frage: sollte die MAZ hier
etwa Klimapflege zu Lasten der Linkspartei betreiben wollen?
Zum Thema "zahlen" (Seite
12, "Der Siegeszug der blauen Wichtel"):
"Heute zahlen die kleinen
Wichte zur Kunst."
Selbstverständlich müssen die
meisten Leute, ob groß, ob klein, ob Wicht oder nicht (oh, schon wieder ein
Reim; vielleicht ist doch ein Dichter an uns verloren gegangen!), für Dinge, die
sie haben wollen, etwas zahlen, so auch für Kunst. Warum sollte das, das fragen
wir uns, bei den Schlümpfen in Schlumpfhausen anders sein. Dem Herrn Vader
Abraham (der übrigens nicht mit Darth Vader aus "Star Wars" zu verwechseln
ist), der es mit dem sogenannten "Lied" "Lied der Schlümpfe" (wir würden dieses
allerdings eher einer solchen Tätigkeit wie der des Barden in dem gallischen
Dorf von Asterix und Obelix zuordnen) im Jahre 1977 in die westdeutsche
Hitparade schaffte, dürfte dies geläufig sein: Er hat einen in geschäftlichen
Angelegenheiten erfahrenen - zumindest -
Bekannten, den Trödler Abraham (der wiederum nicht mit Darth Trödler zu
verwechseln ist).
wikipedia.org/wiki/Vader_Abraham
ingeb.org/Lieder/heleutek
Märkische Allgemeine Zeitung
Die lustige Worterfinderei der MAZ
der letzten Tage geht auch in
der
Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 12./13. Januar 2008
weiter (Seite 4,
"Flucht vor Polizeilkontrolle"),
diesmal ganz im Trend unserer
schnelllebigen, oder, um auch mal ein Wort zu erfinden, unserer schnelllesigen
(haha!), Zeit. Wir aber bleiben konservativ, erinnern uns an die Zeiten, als
Eil-Züge noch Eil-Züge und keine Regional-Expresse waren, und lassen uns das
gemeinte Wort in der Langform Silbe für Silbe genüsslich auf der Zunge zergehen:
Polizei-Eil-Kontrolle.
Zitierenswert erscheinen uns heute
aber nicht nur neu erfundene Worte, sondern auch von einem gewissen Neid, einer
gewissen Missgunst, einer gewissen Schnippigkeit, vielleicht auch einer gewissen
Selbstüberschätzung, jedenfalls aber sicher nicht von einer gewissen Größe
zeugenden Sätze. Der Herr Matthäus, uns auch unter dem Namen Loddar bekannt,
zeigt sich ganz offensichtlich als nicht überzeugt von der Berufung des Herrn
Klinsmann zum Trainer des FC Bayern (Seite 10, "Querdenker mit Beraterstab"):
"Ich gratuliere Bayern zu
dieser Entscheidung ... Allerdings bin ich gespannt, wer für den Teamchef
Klinsmann die Trainingsarbeit machen wird."
Wir, die wir nie zum FC Bayern
gehen würden - allerdings aus anderen Gründen: Wir haben noch nie für
Deutschland gespielt, wir sind auch mental nicht topfit, und Real Madrid hat bei
uns noch nie angeklopft, und auch nicht die Jungs von Manchester - rufen dem
Herrn Matthäus zu: Gerne hätten wir Ihnen, die Sie uns auch unter dem Namen
Loddar bekannt sind, unser Bedauern ausgesprochen, dass nicht Sie Trainer des FC
Bayern geworden sind. Allerdings fällt uns dies zu unterlassen nunmehr nicht nur
aus objektiv nachvollziehbaren, sondern auch aus ausschließlich subjektiven
Gründen leicht: Nicht nur, weil der Herr Klinsmann bereits bei der
Europameisterschaft 1996 - Ihren Platz als Kapitän der deutschen
Nationalmannschaft einnehmend, während Sie die Mannschaft verlassen haben - die
Mannschaft zum EM-Titel geführt hat, nicht nur, weil der Herr Klinsmann bei der
Weltmeisterschaft 2006 für einen ordentlichen dritten Platz und einen
begeisternden Fußball der deutschen Nationalmannschaft verantwortlich gezeichnet
hat, sondern vor allem wegen Ihrer, von uns nur mit Verachtung zur Kenntnis zu
nehmenden, Äußerungen.
www.dietotenhosen.de
wikipedia.org/wiki/Lothar_Matthäus
Märkische Allgemeine Zeitung
Ein klein wenig vermissen wir
heute eine gewisse Sensibilität
der
Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 11. Januar 2008,
Seite 4 ("Rückkehr zur
Atomenergie"), bei einem politisch nicht ganz unsensiblen Thema, wobei sich
die von uns wahrgenommene Unsensibilität nicht auf die Kernkraftwerke als
solche, sondern vielmehr auf Begrifflichkeiten aus dem Baubereich bezieht. Dass
es gewisse Unterschiede zwischen dem Bauen eines Atomkraftwerks -
"Briten bauen neue
Kernkraftwerke"
(so heißt es in der Überschrift) -
und dem Planen des Baues eines Atomkraftwerkes -
"...werden auf der anderen
Seite der Nordsee Atomkraftwerke in großem Stil geplant"
- so wiederum lautet es im Artikel
selbst - gibt, ist keine besonders neue Erkenntnis (auch wenn beides uns durch
durch die Katastrophe von Tschernobyl sensibilisierten Sensibelchen fast
gleichermaßen ängstigt).
Es ängstigt uns aber auch, dass
die MAZ ihre Worterfindungsversuche von gestern - wir verweisen auf den "Aufsichrat"
- auch heute fortsetzt, und zwar anders als in der Ausgabe von gestern nicht im
kleingedruckten "Infokasten", sondern im großgedruckten redaktionellen Teil. Auf
Seite 7 ("Freie Fahrt für ganze 1700 Euro") kreiert sie den Begriff
"Autoprofessor".
Abgesehen davon, dass wir ohnehin
noch nie verstanden haben, aus welchen Gründen auch nur ansatzweise zu erklären
ist, dass der so betitelte
"Autoprofessor"
Herr Dudenhöffer regelmäßig
überhaupt in der doch ansonsten nicht vollkommen inhaltslosen und Phrasen
dreschenden MAZ zitiert wird, können wir uns des Eindrucks nicht erwehren, dass
der Begriff
"Autoprofessor"
den Nagel auf den Kopf trifft.
Auto (griechisch autós) bedeutet in Bildungen mit Substantiven od. Adjektiven
selbst, persönlich, eigen - das sagt uns der Duden. Mit anderen Worten ist der
Herr Dudenhöffer ein Selbstprofessor, also offensichtlich ein Professor, der
sich selbst zum
"Autoprofessor"
gemacht hat. Nun gut, dass erklärt
einiges, wenn nicht sogar alles, was uns bislang von dem
"Autoprofessor"
zu Ohren oder vor die Augen kam.
Also wir, liebe MAZ, könnten ohne weiteres auf weitere Zitate aus dem
sogenannten Munde dieses
Selbstprofessors verzichten. Und zwar bis zu unserem Tod! Nie wieder Dudenhöffer!!!
www.duden.de
wikipedia.org/wiki/Katastrophe_von_Tschernobyl
Märkische Allgemeine Zeitung
Dem Kleingedruckten in
der
Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 10. Januar 2008
wollen wir uns heute widmen und
damit den Kleinen nähern, oder vielmehr den Heldinnen der Kleinen.
Die MAZ macht es Erich Kästner
nach und erfindet neue Wörter (gerne erinnern wir uns zum Beispiel an das
"Wärmometer" in "Pünktchen und Anton"): Den
"Aufsichrat"
können wir uns sehr gut als einen
Rat vorstellen, der etwas auf sich hält, wen oder was auch immer (Seite 9, "Lustreisen mit
Bordellbesuchen für Betriebsräte"). Nun ja, die Überschrift ist etwas weniger
kindgerecht, das aber können wir leider nicht ändern.
Ebenfalls im Kleingedruckten
finden wir auf Seite 2, "Kernpunkte der Gesundheitsreform", eine
wundersame Rechnung, die uns an Astrid Lindgrens wunderbare Pippi Langstrumpf
erinnert. Danach ist Eins mehr als Acht (bzw. Acht weniger als Eins):
"8, höchstens 1 % vom
Einkommen"
lesen wir dort. Das ist genau nach
unserem Geschmack: "Zwei mal drei macht vier widdewiddewitt und drei macht
neune, ich mach' mir die Welt,
widdewidde wie sie mir gefällt. Hey, Pippi Langstrumpf, tralahe, tralahe,
tralahopsassa........."
www.efraimstochter.de
www.kaestnerfuerkinder.net
Märkische Allgemeine Zeitung
Nicht einmal Volksschule Sauerland
- Sie, liebe Leserin, lieber Leser, merken, uns fehlt der Herr Müntefering
jetzt schon - geschweige denn einen Grundkurs in Statistik scheint der Autor des
Artikels "vorübergehendes Phänomen" in
der Märkischen
Allgemeinen Zeitung vom 9. Januar 2008,
Seite V3, besucht zu haben. Denn
ein Phänomen, das
"etwa jeder zweite Mann
erlebt im Laufe seines Lebens...",
"...ungewöhnlich"
sein soll, können wir selbst unter
Hintanstellung aller auch nur ansatzweise vorhandenen Mathematikkenntnisse nicht
nachvollziehen. Wir meinen, Grundkenntnisse auch im Rechnen haben gewöhnlich
noch niemandem, auch einem ungewöhnlichen Journalisten nicht, geschadet.
Märkische Allgemeine Zeitung
Geradezu revolutionär wischt
die Märkische
Allgemeine Zeitung vom 7. Januar 2008
eine Regel des Journalismus
beiseite, die uns bislang als feststehend erschien, nämlich diejenige, dass
einen Artikel illustrierende Bilder einen Bezug zu dem zu illustrierenden Text
haben sollten. Auf Seite 4 ("Plaketten auch in Brandenburg möglich")
berichtet sie ausführlich über die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage
durch den brandenburgischen Umweltminister, den Herrn Woidke, und illustriert
diesen Bericht mit einem Foto des Herrn Dellmann, der brandenburgischer
Infrastrukturminister ist. Vielleicht ist der Herr Woidke ja in Wirklichkeit der
Herr Dellmann, oder der Herr Dellmann Herr Woidke, oder vielleicht findet
die MAZ den Herrn Dellmann einfach nur schöner und fotogener als den Herrn
Woidke; möglicherweise hatte sie gerade kein Bild des Herrn Woidke
greifbar; vielleicht sie hat auch nur ein chaotisch strukturiertes Bilderarchiv
oder sie hält die beiden Kabinettkollegen für einander derart nahe stehend, dass
es vollkommen gleichgültig ist, welchen Minister sie gerade abbildet.
Wahrscheinlich werden wir morgen
in der MAZ einen Bericht über die Eröffnung einer zwölfspurigen Super-Autobahn
durch den Herrn Dellmann lesen können, illustriert mit einem fröhlich
dreinblickenden Herrn Woidke, der auf glücklichste lächelnd gemeinsam mit dem
Bundesverkehrsminister, dem Herrn Tiefensee, ein Band durchschneidet und die
Autobahn freigibt. Daran wollen wir uns ein Beispiel nehmen und illustrieren
diese Glosse auch mit einem Bild, und zwar mit dem des Pinguins unseres
Lieblings-Betriebssystems. Passt doch, oder?
In diesem Zusammenhang
- wobei
uns bewusst ist, dass dieser Zusammenhang nicht enger ist als der zwischen dem
Bild des Herrn Dellmann in einem Artikel über den Herrn Woidke oder des
Linux-Pinguins in einer Glosse über die MAZ - müssen wir den Herrn Westerwelle
wegen seiner Ungeduld rügen. Dieser sagte nach dem Bericht der MAZ (Seite 2, "Westerwelle kämpft um
die Mitte"):
"Der Neosozialismus muss
wieder klein geschrieben werden..."
Wir meinen, der Herr Westerwelle
sollte diese Forderung bis zur nächsten Rechtschreibreform zurückstellen. Die
kommt bestimmt noch zu seinen Lebzeiten, und wenn doch nicht, werden wir auf
seinen Grabstein meißeln: Hier ruht einer, der statt Neosozialismus lieber
neosozialismus schreiben wollte. Versprochen!
Märkische Allgemeine Zeitung
Die Märkische
Allgemeine Zeitung vom 5./6. Januar 2008
berichtet (Seite 2,
"FDP-Debatte um Führungsstil") über den Alt-Liberalen und
Ex-Bundesbundestagspräsidenten, den Herrn Hirsch, dieser habe gesagt, dass er -
und dabei scheint es ihm nicht um Libellen (nach früheren MAZ-Angaben auch
Liberelen genannt) zu gehen - bei allen FDP-Führungskräften "nicht nur klare
Fragen, sondern klare Antworten" vermisse. Klare Antworten hat dafür eine andere
Führungskraft, nämlich die Frau Merkel, einer anderen Partei, nämlich der CDU.
Frau Merkel meint (Seite 2, "Merkel für längere Laufzeiten"):
"Niemand versteht uns,
dass wir als erste rausmüssen aus den Kernkraftwerken."
Allerdings müssen klare Antworten
(wir erinnern uns an die vergangene Wahlperiode, da war "Basta" ein geflügeltes
Wort der damaligen Führungskraft) nicht immer, vermutlich sogar recht selten,
mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Zumal eine klare Antwort nur auf den ersten
Blick klar zu sein scheint: Warum sollten Frau Merkel und ihre CDU als erste
aus den Kernkraftwerken heraus müssen? Sollen sie doch bis zum bitteren Ende
drin bleiben! Es gab einmal Zeiten, da verließ der Kapitän als letztes das
explodierende Kernkraftwerk. Aber erstens ist Frau Merkel kein Kapitän, sondern
eine Führungskräftin, und zweitens sind Kernkraftwerke absolut sicher. Die
können schließlich gar nicht untergehen!
Dafür aber hat Frau Merkel eines
offensichtlich nicht gewusst: Wir verstehen sie! Auch wenn wir nicht Niemand
sind! Hundertprozentig! Ganz
bestimmt! Wir verstehen, dass wir als erste rausmüssen aus den Kernkraftwerken!
Aber hallo! Ganz sicher!!!
Ganz sicher ist sich auch die MAZ
(Seite 12, "Namen & Nachrichten"), dass Prinz William
"...seine Ausbildung zum
Piloten bei der britischen Luftwaffe..."
beginnt. Da sind wir aber
beruhigt. Wir hatten schon befürchtet, dass der Spross des englischen
Königshauses seine Luftfahrerausbildung bei den Luftstreitkräften von Al-Qaida
im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet machen müsste. Denn Al-Qaida gehört
vermutlich, anders als etwa der Herr William (oder vielleicht auch wir, wenn wir
nicht nicht gar so sparsam wären), nicht zur
"konsumigen Mitte",
die mit den "Credit Shops" der
"Team Bank" erreicht werden soll (Seite 7, "Kredite gibt es auch in der Dose").
Nicht beruhigt, sondern eher
besorgt um ihre Seriosität, müssen wir die MAZ allerdings rügen. Während es
Zeitungen üblicherweise vermeiden, Tatverdächtige oder Zeugen beim Namen zu
nennen, deckt die MAZ (Seite 5, "Prozess um Banküberfall verzögert sich")
die Identität einer Zeugin, die vermutlich die Lebensgefährtin eines früheren
Komplizen der Bankräuber war, auf. Es handelt sich nach Angaben der MAZ um die
Frau Sei:
"Da sei nicht vor Gericht
erschien, müsse die Frau die Kosten des ausgefallenen Prozesstages tragen...".
Märkische Allgemeine Zeitung
Den Insekten,
genauer gesagt, einer wunderschönen Insektenart, die sich durch einen
außergewöhnlichen Flugapparat und die Fähigkeit, ihre beiden Flügelpaare auch
unabhängig voneinander bewegen, abrupte Richtungswechsel vollziehen, in der Luft
stehen bleiben oder - bei einigen Arten
- sogar rückwärts fliegen zu können, allerdings meist einzelfliegerisch und
daher dem Grunde nach oppositionell erscheinend, widmet sich
die Märkische
Allgemeinen Zeitung vom 4. Januar 2008
auf ihrer Seite
4 ("Gerhardt attackiert Guido Westerwelle"):
"Seit 1998 sind die
Liberelen schon in der Opposition."
Wir meinen, dass diese Insektenart
nicht Liberelen, sondern Libellen heißt, und dass sie nicht erst seit 1998 in
der Opposition (etwa zu Insekten fressenden Reptilien, Vögeln oder Säugetieren
oder auch zur FDP, die nicht unbedingt als eine dem Insektenschutz herausragend
nah stehende Organisation bekannt ist) steht.
http://de.wikipedia.org/wiki/Libellen
Märkische Allgemeine Zeitung
Ein gesundes
neues Jahr 2008 wünschen wir der
der Märkischen
Allgemeinen Zeitung
im Einklang mit den Wünschen, die
uns heute vielfach begegnen. Die Frage, wie denn ein Jahr als solches gesund
sein kann, verkneifen wir uns lieber. Schließlich stellen wir den uns fast
täglich begegnenden, leicht beamtoid anmutenden Gruß "Mahlzeit" auch nicht in
Frage, obwohl sich die "Mahlzeit" Wünschenden meistens solchen Nahrungsmitteln
widmen, die aufgrund Kantinen gerechter Kochweise üblicherweise kein Mahlen mehr
erfordern, und wenn doch, dann allenfalls von derart kurzer Dauer, dass von
einer "Zeit" zum Mahlen nicht ernsthaft gesprochen werden kann. Aber wir kommen
vom Thema ab, dem neuen Jahr, dem Jahr 2008, in dem uns voraussichtlich die MAZ
wieder eine tägliche Begleiterin sein wird.
Journalistisch trocken - man
könnte sich ja übrigens auch ein trockenes neues Jahr wünschen, aber das ist ein
ganz anderes Thema, die Klimafrage wird uns mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit auch im Jahr 2008 beschäftigen - beschreibt die MAZ vom 2.
Januar 2008 auf Seite 7 ("Ein Darlehen per Mausklick"), wie das "junge
Unternehmen Smava" Kredite "von Mensch zu Mensch" vermitteln möchte:
"So
wird ein Kreditprojekt bei Smava vorgestellt:
'Ich möchte mein Volvo auf
Autogas umrüsten. Erstens spare ich damit einiges an Geld und zweitens ist es
auch noch gut für die Umwelt. Mittlerweile gibt es Autogastankstellen in ganz
Deutschland und bei um die 60 Cent pro Liter, hat sich die Investition von 2000
€ sehr schnell wieder amortisiert. Meine Bank hat mir einen Kredit zu 10 %
Zinsen angeboten. Das sehe ich aber nicht ein, da ich eine hervorragende Bonität
habe. Seit über drei Jahre arbeite ich bei einem Technologie-Unternehmen im
Vertrieb und verfüge über ein gutes Einkommen. Bei mir erhalten Sie ihr Geld
garantiert zurück plus Zinsen.'"
Wer aber, fragen wir uns, wird
eine Mensch eine Kredit geben, der seit über drei Jahre arbeitet und seine Volvo
auf Autogas umrüsten will und Kommas dorthin setzt, wo sie bestimmt nicht hin
gehören!
Von der Frage, ob ein gut
verdienender Mensch die Umrüstung nicht mit ein wenig Sparwillen selbst
finanzieren könnte, oder gar derjenigen, wer mit guter Bonität heutzutage noch
10 % Zinsen bei seiner Hausbank zahlen muss, ganz zu schweigen, denn dies führt
uns wieder zu der Frage, wie denn ein Jahr als solches gesund sein kann. Diese
wollten wir aber nicht mehr stellen, schließlich haben auch wir gute Vorsätze
für das neue Jahr!
Märkische Allgemeine Zeitung
Märkisches Allerlei aus dem Jahr
2007 (Hier klicken)
eingestellt ab Januar 2008
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