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Gewichtige
Geräusche
Bei jeder
Äußerung eines Abgeordneten während einer Parlamentsdebatte, sei es in Form
einer geschliffenen Rede, eines gebrüllten Zwischenrufes oder eines zustimmenden
Händeklatschens, handelt es sich um eine hochbedeutsame Angelegenheit. So
bedeutsam, dass die einzig angemessene Form ihrer Aufzeichnung und damit der
Erhaltung für die interessierte Nachwelt das Wortprotokoll ist. Zu dessen
Fertigung hält deshalb allein die Brandenburger Landtagsverwaltung vier fest
angestellte Stenografen vor, dazu kommen nach Bedarf freiberuflich tätige. Das
Procedere während einer Debatte im Landtag läuft folgendermaßen ab, wie uns die
MAZ vom 10.7. offenbart: 10 Minuten lang jedes Geräusch, das von
Parlamentariermündern, -händen oder -füßen ausgeht, mittels Kurzschrift
akribisch aufzeichnen, dann Ablösung durch einen Kollegen resp. eine Kollegin,
dann umgehende Fertigung einer Rohfassung, die für eine Schreibkraft auf Band
diktiert wird. Dabei glätten und korrigieren er oder sie sprachliche
Unebenheiten, die den Damen und Herren Parlamentariern in der Hitze der Debatte
unterlaufen sind. Nach ungefähr 80 Minuten dann erneut ans Pult und der
beschriebene Vorgang wiederholt sich. Zwar werden die Worte und Geräusche der
Abgeordneten im Zeitalter elektronischer Aufzeichnungsgeräte zusätzlich auf
Tonband aufgenommen. Doch wer jetzt vielleicht den ketzerischen Gedanken wagen
sollte, dass vielleicht die elektronische Aufzeichnung völlig ausreichen und
eine Schreibkraft später das Band abhören und das Gehörte einfach aufschreiben
könnte, zeigt nur seine gänzliche Ahnungslosigkeit und offenbart grobe
Unsensibilität in der Angelegenheit. Denn beispielsweise Zwischenrufe aus den
hinteren Reihen vermag ein solches Gerät nicht zu registrieren und gerade auf
die kommt es ja regelmäßig an! Stellen wir spaßeshalber dennoch einmal ganz kurz
folgende Überlegung an: 16 Landesparlamente plus Bundestag plus Bundesrat, bei
jeder Institution bestimmt mindestens vier hochbezahlte Stenografen fest
angestellt, das macht also insgesamt .... Puh, mir schwindelt ... Steinbrück, wo
ist Steinbrück? (Hansi)
eingestellt am 15. Juli 2008
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